Wussten Sie, dass 71 % der Hauptentscheider im B2B ihre Recherche zu einem Thema, Produkt oder einer Dienstleistung mit einer Google-Suche beginnen und dann im Schnitt 12 Suchanfragen bei der Suchmaschine eingeben, bevor sie ein Unternehmen (zum Beispiel über deren Website) kontaktieren? Die Suchmaschine ist damit das Nr.-1-Medium in der Informationsphase für B2B-Entscheider und wird intensiv im Prozess bis zur Kaufentscheidung genutzt.

Die Google-Suche und die Website eines Herstellers haben damit in dieser Phase einen ähnlich hohen Stellenwert wie das persönliche Gespräch mit dem Kunden. Aus Sicht eines Unternehmens heißt das: Es geht darum, gefunden zu werden und einen möglichst positiven Eindruck beim Nutzer zu hinterlassen. Anders gesagt: Es geht um Suchmaschinenoptimierung und um User Experience. Aber was hat eigentlich das eine mit dem anderen zu tun?

Wie sich das Google-Ranking verändert

Was will Google eigentlich? Google will den Nutzern seiner Suchmaschine möglichst relevante und hochqualitative Antworten auf ihre Fragen liefern. Der Nutzer soll genau das finden, wonach er gesucht hat. Ist das passiert, spricht man bei Google auch von einer positiven Sucherfahrung.

Längst hängt es nicht mehr nur vom Content einer Website ab oder von den verwendeten Keywords auf einer bestimmten Website, ob das Ergebnis den Nutzer positiv stimmt oder nicht. Durch die große Anzahl an verschiedenen Endgeräten, die bei der Suche benutzt werden (zum Beispiel Desktop, Smartphone/Tablet, Smart-TV, Smartwatch, etc.), und die verschiedenen Kontexte, in denen gesucht wird (beispielsweise zu Hause auf der Couch, von unterwegs oder auf der Arbeit), gewinnt ein anderer Aspekt für die Suche an Bedeutung: die User Experience einer Website.

Und auf dieses veränderte Nutzerverhalten hat sich auch das Unternehmen im kalifornischen Mountain View eingestellt. In der Vergangenheit wurde der Such-Algorithmus auch unter diesem Aspekt stets weiterentwickelt und angepasst. Das zeigte z. B. bereits das Hummingbird-Update im Jahr 2013, in dem der Algorithmus auf das veränderte Suchverhalten von Nutzern (z. B. per Spracheingabe über das Smartphone) und die dadurch veränderte Semantik von Suchanfragen angepasst wurde. Und zuletzt das Update im April 2015, das „Mobile-friendliness“ als offiziellen Ranking-Faktor bestätigte. Seitdem können mobil-optimierte Webseiten in den mobilen Suchergebnissen von Google bevorzugt behandelt werden – weil sie eine bessere Nutzererfahrung bieten. Und das verändert das Ranking der Suchmaschine.

So wird die User Experience erfasst

Eine Website, die zu lange lädt, nicht responsiv aufgebaut ist, zu kleine Schrift oder zu eng beieinander liegende Schaltflächen verwendet oder unübliche Software wie Flash verwendet, bietet keine optimalen Voraussetzungen für den Besuch mit einem mobilen Endgerät. Google analysiert Webseiten auf diese Aspekte im Zusammenhang mit der Nutzererfahrung und lässt die Ergebnisse in das Ranking stärker als zuvor mit einfließen. (Testen können Sie das übrigens auch: Mit dem Test auf Optimierung für mobile Endgeräte und den Page Speed Insights – beides Developer-Tools von Google.)

Aber Google nutzt auch „echte“ Nutzer zur Bewertung einer Website. Google-Produkte wie Google Analytics (fast schon Standard beim Website-Tracking) und Google Chrome (der mittlerweile meistgenutzte Browser weltweit) sind hervorragende Datenquellen für Google, um zu analysieren, was nach dem Klick auf das Suchergebnis auf einer Website passiert.
Dabei kann Google zum Beispiel die Verweildauer (die Zeit, die ein Nutzer durchschnittlich pro Sitzung auf der Website verbringt) oder die Absprungrate (Anteil der Nutzer, die eine Website ohne Interaktion mit der Seite verlassen) auswerten, um dadurch Rückschlüsse auf die User Experience einer Website zu ziehen. Man spricht hierbei auch von User Signals.

Durch User Signals das Ranking verbessern

Wie man die User Experience des eigenen Web-Auftritts optimiert, ist immer eine sehr individuelle Frage. Im Bezug auf die Suchmaschinenoptimierung und die dadurch erwünschte Verbesserung im Ranking können die folgenden Punkte eine Orientierung bieten:

  • Bieten Sie mobilen Nutzern eine mobil-optimierte Version Ihrer Website an.
  • Erhöhen Sie die Verweildauer (Time-on-Site) durch ansprechenden Content, auch in Form von Bildern und Online-Video.
  • Vereinfachen Sie die Struktur der Seite und machen Sie es Nutzern leicht, durch ihre Inhalte zu navigieren.
  • Verzichten Sie auf Software wie Flash, die auf den meisten mobilen Endgeräten nicht unterstützt wird.
  • Optimieren Sie die Ladezeit der Seite, z. B. durch die Reduzierung von CSS und JavaScript oder Browser-Caching.

Aber auch, wenn Sie alle dieser Tipps umsetzen, selbst die beste UX alleine wird Sie nicht von den letzten Rängen auf Platz 1 bei Google katapultieren. Am Ende ist es immer noch das Zusammenspiel von vielen weiteren Faktoren, beispielsweise der Technik, der Domain-Authority, den Backlinks – und natürlich dem Content, der heute möglichst holistisch gestaltet werden sollte. Aber eine gute User Experience ist heute unverzichtbar und die beste Voraussetzung dafür, auch mit den anderen Faktoren beim Nutzer – und bei der Suchmaschine – zu punkten.

Haben Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Thema? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.

Geschrieben von

Christian Samide

Account Manager, wob AG

1 Comment

  1. Vielen dank für die Informationen und die ausführliche Erklärung. Denke das der Artikel ziemlich hilfreich sein wird.

    Gruß Anna

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