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Die neue Nähe – ein Kommentar zur Zusammenarbeit in Corona-Zeiten.

Auf einmal ergibt sich die vielbeschworene Augenhöhe mit dem Kunden von ganz alleine: Kurzarbeit, Home-Office, Kleinkinder auf dem Schoß, persönliche Einschränkungen … Plötzlich sieht man sich im Sweatshirt statt Business-Outfit vor der Kamera sitzen, entdeckt im Hintergrund das Barbie-Pferd der Tochter oder die professionelle Studiobeleuchtung des passionierten Hobbyfotografen und plant gemeinsam Webcam-Termine um Kurzarbeitszeiten herum. Sowas sorgt für eine deutlich lockerere, saloppere Umgangsweise als vorher – sogar mit Ansprechpartnern, denen man noch nie persönlich gegenübergesessen hat.

Kommt da eine ganz neue Verbundenheitskultur auf oder ist das nur oberflächlich und nach Corona schnell wieder vergessen? Wie gestalten wir jetzt den Umgang miteinander mit Blick auf später, um unbehagliche Situationen zu vermeiden? Dazu hier ein paar Tipps.

Respekt und angemessene Distanz bewahren.

Schön, dass man den Umstand der Kurzarbeit nicht voreinander verschleiern muss! Es trifft aktuell so viele auf beiden Seiten, dass das im B2B Kommunikationsgeschäft schon fast die Normalität ist. Und in diesem Zug hört man vielleicht auch mehr vom Gegenüber, als der sonst preisgeben würde, was es für ihn/sie/die Familie bedeutet, was auch mal persönlich nahegeht ... Aber nicht vergessen: Wir haben immer noch eine geschäftliche Beziehung miteinander. Die bringt irgendwann vielleicht auch wieder konträre Positionen und dann kann eine klare Besinnung auf die jeweilige Rolle wichtig sein. Echte Freundlichkeit und ernstgemeinteInteresse sind aber immer angebracht  jeder hat seine eigenen Herausforderungen zu bewältigen und freut sich über aufmerksame GesprächspartnerOder nur mal ein paar hilfreiche Tipps, um sich mit ungewohnter Software und streikender Technik zurechtzufinden. 

Hellhörig bleiben – wo sind die Grenzen?

Speziell für diejenigen mit mehreren Jahrzehnten Berufserfahrung (um mal das 40+ zu vermeiden) ist diese neue Nähe manchmal ungewohntDer eine erzählt jetzt gerne und ausführlich von privaten Dingen, der andere versucht, professionellfreundliche Distanz zu wahren. In diesen Fällen nicht zu kumpelig auftreten, sondern sich auf den Gegenüber einstellen – steigt der in Small Talk ein und fragt selbst ausführlich nach? Oder bleibt es bei einigen Floskeln zum Einstieg und dann geht es zügig weiter zur offiziellen Agenda? Dann besser keine ausführlichen Beschreibungen vom Feierabend-Zoom-Grillen mit den Freunden liefern oder neugierig nachfragen, was die Geschichte zum bunten Ölbild an der Wand da hinten ist. 

Optionen offenlassen, wie es „danach“ weitergeht.

Ja, und irgendwann sitzen wir wieder an unseren normalen Schreibtischen und halten persönliche Meetings in Geschäftsräumen ab. Mit formellerem Outfit und klassischer Rollenverteilung, die dann vielleicht auch wieder den Umgangston prägt – das sollte dann völlig akzeptabel sein 

Aber wenn sich der persönlichere Ton in diese Welt hinüberretten lässt, wunderbar! Das verbindet dauerhaftschafft eine gute Basis für partnerschaftliches Arbeiten und macht es einfacher, projektbedingte Herausforderungen unverkrampfter zu adressieren. Denn so viel ist sicher: Die wird es auch nach Corona noch geben.