B2B Marketing Blog von Deutschlands B2B-Experten

„Every Covid-19 Commercial is Exactly the Same“ – ein Plädoyer für differenzierende Markenbotschaften.

Es ist fast ein Jahr her, dass das YouTube-Video „Every Covid-19 Commercial is Exactly the Same“ viral ging, wie man im Internet-Jargon so schön sagt.[1] Durch einen fast nahtlos wirkenden Zusammenschnitt verschiedener Werbeclips namhafter Marken wie Fedex, Nissan, Apple, T-Mobile oder Target zum Thema Corona, verdeutlicht der YouTube-Hit eindrucksvoll, wie austauschbar diese sind, wie identisch ihre Präsentation und ihre Botschaft.

Die ultimative Formel für eine Werbung in der Pandemie sahen viele Marketer 2020 folglich in der Kombination von …

  • trauriger Klaviermusik
  • einem Erzähler mit gedämpfter Stimme und bedeutungsschwangerer Betonung
  • Aufnahmen menschenleerer Straßen und vom Hochbetrieb in Lagerhallen
  • Clips sehnsüchtig nach draußen blickender Menschen im Homeoffice

… gepaart mit so aussagekräftigen Sätzen wie:

  • „Wir sind für Sie da.“
  • „In diesen unsicheren Zeiten…“
  • „Wir sind da, um zu helfen.“
  • „Wir sitzen alle in einem Boot.“
  • „Gemeinsam schaffen wir das.“

Einmal kräftig schütteln und schon ist er fertig, der generische Corona-Clip.

Mehrwerte für Kunden verleihen generischen Aussagen Substanz und Bedeutung.

Aber jetzt mal Zynismus beiseite: Eine bunte, fröhliche Kampagne wäre deplatziert und unsensibel gewesen. Und die Aussagen dieser Werbeanzeigen sind ja nicht per se falsch – nur alleinstehend eben nicht wirklich differenzierend oder inhaltsreich.

Sie sind vermutlich das Ergebnis des Zugzwangs schnellstmöglich auf die neuartige Herausforderung zu reagieren, statt nach kreativen Ansätzen zu suchen, wie man als Unternehmen in diesen unsicheren Zeiten (Ups! Naja, wer ohne Sünde ist und so) tatsächliche Mehrwerte für Kunden bieten kann. Zum Beispiel mit Aktionen oder besonderen Services.

Hyundai etwa brachte in den USA während der Finanzkrise 2008 eine Kampagne auf den Weg, die es Kunden ermöglichte, ihren Neuwagen verlustfrei zurückzugeben, sollten sie innerhalb eines Jahres ihren Job verlieren. Klar, das war keine reine Philanthropie, aber eben ein starkes Signal. Dass der Drive Through eines riesigen Fast-Food-Konzerns so wie immer „für uns da ist“, um „mit uns gemeinsam“ etwas „durchzustehen“ dagegen eher nicht.

Fazit: Der Inhalt macht den Unterschied – B2B macht’s vor.

Was können wir also retrospektiv aus der lustig verpacken Kritik an den Covid-19-Commericials lernen? Es ist nicht wichtig schnell zu kommunizieren, um relevant zu sein – sondern relevante Inhalte schnell zu kommunizieren. Was zählt, ist der Mehrwert für den Kunden. Hier können sich B2C-Marken eine Scheibe vom B2B-Ansatz abschneiden, Emotionen nicht alleinstehend, sondern gepaart mit einer starken Basis aus Fakten zu vermitteln.


[1] Sie kennen das Video noch nicht? Dann sehen Sie sich Every Covid-19 Commercial is Exactly the Same auf YouTube an.

Avatar Von Team wob
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