B2B Marketing Blog von Deutschlands B2B-Experten

Warum viele Websites gleich aussehen – und was das für die UX bedeutet.

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Wenn wir durch das Internet scrollen wird auf unterschiedlichen Webseiten deutlich: Trotz Individualisierungsmöglichkeiten bezüglich Typografie, Layout und visuellen Medien sieht gefühlt alles gleich aus. Differenzierung? Fehlanzeige.

Seiten sind ähnlich strukturiert, die Navigation erfolgt über ein Burger-Menü, Schriften wie Georgia und Arial werden auf altweißem Hintergrund eingesetzt. Daher stellt sich die Frage: Braucht Ihre B2B-Website ein Alleinstellungsmerkmal, um dem Nutzer positiv aufzufallen? Oder hat es auch Vorteile mit der Masse zu schwimmen?

Was hat sich in den letzten Jahrzehnten im Webdesign verändert?

In den frühen 2000ern wurden Websites von Null auf erstellt. Sie waren abwechslungsreich, bunt und hatten verschiedene Layouts. Ab 2008 veränderte sich das Gesamtbild zu noch mehr Diversität, da neue Technologien und größere Screens mehr Möglichkeiten brachten. Ab 2010 wurden große Unterschiede dann immer seltener. Aber warum?

Website-Vereinheitlichung durch CMS und Templates.

Heute nutzen viele Websitebetreiber Baukastensysteme und eingeschränkt flexible Designs von Content-Management-Systeme wie WordPress, statt selbst zu gestalten. Der Grund dafür liegt auf der Hand: es ist vergleichsweise günstig und einfach umzusetzen. So können sich Websitebetreiber auf funktionierende Mechanismen verlassen, ohne tief in die Tasche greifen zu müssen.

Doch die vorgegebenen Template-Strukturen lassen meist wenig Spielraum für Kreativität, Individualisierung und Differenzierung. Da können sich die Seiten zweier Wettbewerber schnell mal zum Verwechseln ähnlich sehen: definitiv nicht optimal.

Außerdem ist die Nutzerführung in einem Template in der Regel nicht perfekt auf die – gerade im B2B-Bereich – sehr individuellen User Journeys abgestimmt. Der Grund: Inhalt und Design werden getrennt voneinander entwickelt und Designelemente existieren ohne unterstützende Funktion für den Inhalt. Darunter leidet die User Experience (UX) und schließlich die Conversions.

Bei der Gestaltung einer Website ohne Templates hingegen arbeitet alles Hand in Hand: von Konzeption und Wireframing über Gestaltung und Content bis zur technischen Umsetzung. So lassen sich Websites differenzierend auf individuelle Bedürfnisse hin ausrichten: Es entsteht ein rundes Gesamtbild für den User.

Dabei können Website-Architekten, UX-Designer und Co. aber auch von den Templates lernen!

50 Millisekunden Zeit: Durch gewohnte Muster entscheiden Nutzer schneller.

Für CMS und wenig experimentelle Webseiten spricht, dass der Nutzer laut einer Google-Studie[1] innerhalb von 50 Millisekunden nach Bauchgefühl entscheidet, ob er auf einer Website bleibt. Mitentscheidend sind hierbei Faktoren wie Struktur, Farben, Textmenge und Schriftarten – und besonders beliebt sind gewohnte Muster und Seiten mit mittlerer Komplexität. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier.

Altbekanntes hilft Usern außerdem bei der Navigation. Jeder weiß etwa, dass sich hinter einem Burger-Menü in der rechten oberen Ecke eine Navigation verbirgt oder, dass im Footer unter anderem wichtige Kontaktdaten zu finden sind. Diese Dinge sind gelernt.

Was bedeutet das für Ihre B2B-Website?

Die Wahrheit zwischen absoluter Individualität und Einheitsbrei liegt wie so oft irgendwo in der Mitte: Besonders im B2B ist es wichtig, dass Design und Inhalt eine zusammen entwickelte Einheit bilden, um die bestmögliche UX zu gewährleisten. Dabei sollte sich eine Website aber auch an gelernten Nutzungsmustern orientieren und UX-Writing nutzen, um die Usability zu steigern. Kennt sich ein Nutzer intuitiv auf einer Website aus, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er dort verweilt.

Den Content der Website durch funktionale Designelemente zu unterstreichen, ist eine gute Möglichkeit, Wiedererkennungswerte zu schaffen und sich von der B2B-Konkurrenz abzusetzen. Zu extravagant sollte eine Website aber nicht ausfallen – denn was der User nicht kennt, das gefällt ihm nicht.

Eine nutzerfreundliche und – im wahrsten Wortsinn – merkwürdige Website ist wichtig, aber damit sie ihre Wirkung entfalten kann, muss sie im Web auch erstmal gefunden werden. In unserem Artikel Corporate-Websites und Online-Sichtbarkeit: 3 übersehene Erfolgsfaktoren für 2021 beleuchten wir deshalb verschiedene Aspekte, die zum Erfolg führen.

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[1] Google-Studie Users love simple and familiar designs – Why websites need to make a great first impression.

 

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